Bluttransfusion

Die Rettung eines menschlichen Lebens gehört zu den islamischen Geboten. Im Koran heißt es dazu: „Und wenn jemand einen Menschen am Leben erhält, so ist es, als hätte er die Menschen alle am Leben erhalten.” (Sure 5/32). Die Blutspende und Organspende werden im Lichte dieses Verses von den muslimischen Gelehrten unter bestimmten Bedingungen mehrheitlich positiv bewertet und als empfehlenswerte altruistische Handlungen angesehen.

Verständlicherweise finden wir die Bluttransfusion nicht in den islamischen Hauptquellen. Was der Prophet Muhammad und seine Zeitgenossen praktiziert haben, war das blutige Schröpfen, also der Aderlass, um dadurch bestimmte Krankheiten zu heilen oder für das Wohlbefinden des Körpers zu sorgen. Im islamischen Recht gilt zwar Blut als unrein, doch aufgrund einer medizinischen Indikation darf oder sogar soll eine Bluttransfusion stattfinden, um einen kranken Menschen zu heilen oder sein Leben zu retten.

Eine wichtige Bedingung dafür ist jedoch, dass das Leben und die Gesundheit sowohl des Spenders als auch des Empfängers durch die Bluttransfusion nicht gefährdet werden. Deswegen ist es natürlich notwendig, das Blut, das übertragen werden soll, nach infektiösen Krankheiten zu untersuchen, um den Empfänger dadurch zu schützen und ihm keinen Schaden zuzufügen. Denn hier gilt das islamische Prinzip: „Es gibt im Islam kein Schaden zufügen und kein Schaden erleiden.“ Weitere wichtige Kriterien für eine Bluttransfusion sind die Freiwilligkeit und Zustimmung des Spenders und Empfängers.

Die Religionszugehörigkeit und das Geschlecht des Spenders und Empfängers sind keine entscheidenden Kriterien für die Ablehnung einer Bluttransfusion. Das heißt, Blutspenden von Nicht-Muslimen zu empfangen oder Nicht-Muslimen Blut zu spenden, ist erlaubt. Ebenso gilt eine Bluttransfusion von einer Frau auf einen Mann oder umgekehrt aus einer islamischen Perspektive als erlaubt.

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Fallbeispiele

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Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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