Therapeutisches Klonen

Im Gegensatz zum reproduktiven Klonen wurde in der islamischen Welt bis jetzt das therapeutische Klonen sehr wenig thematisiert und diskutiert. Man begnügt sich eher mit der Akzentuierung der positiven Einstellung des Islam zu therapeutischen Zielen. Dagegen wird der Nutzen für eine dritte Person auf Kosten der Tötung der Embryonen kaum thematisiert.

In Anlehnung an Beseelungsargumente ist für eine islamische Beurteilung des therapeutischen Klonens zunächst der Zeitpunkt der Gewinnung von embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) oder embryonalen Keimzellen (EG-Zellen), der mit der Tötung des Embryos verbunden ist, wichtig. Gewinnt man die ES-Zellen am 3. oder 5. Tag nach der Befruchtung (p.c.), so wird die Position, die bis zum 40. Tag die Tötung des Embryos ohne triftigen Grund erlaubt, dieses Verfahren billigen. Die Positionen, die einen triftigen Grund voraussetzen, müssen beurteilen, ob für sie die Gewebezüchtung für therapeutische Zwecke ein gültiges Argument ist. Dabei sollte man natürlich auch den experimentellen Charakter dieses Verfahrens nicht aus den Augen verlieren. Problematischer wird für beide Positionen in unterschiedlichem Maße die Gewinnung der EG-Zellen aus 6 Wochen alten oder älteren Embryonen. Für die Positionen, welche die Tötung eines Embryos kategorisch ablehnen und nur unter der Bedingung der Lebensgefährdung der werdenden Mutter für zulässig erklären, scheinen keine von diesen Gewinnungsarten akzeptabel zu sein.

Durchaus denkbar ist auch, ein geklontes Kind mittels Nukleustransfermethode auf die Welt zu bringen, um seine Niere dem Zellkernspender zu transplantieren. In dieser Anwendungsart wird nicht die geklonte Person, sondern eine dritte von diesem Verfahren profitieren. Bei dieser oder den oben genannten Anwendungstechniken, bei denen die Nutzer dieser Anwendung nicht gleichzeitig die geklonte Person selbst sind, wird die Frage nach der Verdinglichung und Instrumentalisierung des geklonten Embryos laut. Wenn man zusätzlich zur Instrumentalisierung auch die hohe Sensibilität des Islam bezüglich der Abstammungslinie berücksichtigt, die durch dieses Verfahren sicherlich verwischt wird, so wird es nicht einfach sein, dieses Verfahren zu billigen.

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Fallbeispiele

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Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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