Stammzellenforschung

Da die embryonale Stammzellenforschung (ES-Zellen) oft mit der Tötung des Embryos verbunden ist, wurde sie von vielen islamischen Autoritäten mit einem Schwangerschaftsabbruch gleichgesetzt. Daher ist es nicht überraschend, wenn in den Diskussionen über die Stammzellenforschung der Fokus auf den Moment der Beseelung des Embryos gelegt wird. Das heißt, Embryonenforschung ist laut den Vertretern dieser Position nach den Grundsätzen des islamischen Rechts erlaubt, wenn der Embryo noch nicht beseelt ist (je nach Lehrmeinung vom 40. bis zum 120. Tag der Schwangerschaft). Die informierte Zustimmung des rechtlich verheirateten Paares ist eine zentrale Voraussetzung für eine Embryonen verbrauchende Forschung. Zusätzlich werden die Ausschließung kommerzieller Interessen und klare, wissenschaftlich nachvollziehbare therapeutische Forschungsziele als weitere Bedingungen genannt.

Diese und ähnliche Argumente sind jedoch nur dann vertretbar, wenn man die islamrechtliche Position, die eine Abtreibung auch ohne einen triftigen Grund bis zum 40-45. bzw. 120. Tag erlaubt, als Entscheidungsgrundlage nimmt. Diejenigen Positionen aber, die eine Abtreibung – solange eine Schwangerschaft das Leben der werdenden Mutter nicht gefährdet – als absolut verboten erklären, sollten die Forschung an embryonalen Stammzellen kategorisch ablehnen. Komplizierter scheint es, über den Standpunkt zu urteilen, der die Tötung eines Embryos nur dann erlaubt, wenn triftige Gründe vorliegen. Vertreter dieser Position müssen beantworten, ob die Forschung an Embryonen aufgrund der Hoffnung, Therapieformen für bestimmte Krankheiten zu finden, gerechtfertigt ist. Dies zu rechtfertigen, scheint aber nicht einfach zu sein, wenn man dabei die klassischen Argumente, die eher familiäre und soziale Bedingungen vor Augen haben, berücksichtigt. Da es sich um andere Intentionen und Handlungsziele handelt, ist eine kasuistische Positionsbestimmung mit mehreren methodischen Problemen behaftet.

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Fallbeispiele

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Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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