Kommunikation und e-health

Für eine gute medizinische Versorgung ist nicht nur die Vermittlung der Patientenbeschwerden und -wertvorstellungen an Ärzte und Pflegepersonal, sondern auch das Verstehen medizinischer Informationen über die eigene Krankheit und diagnostische Verfahren sowie therapeutische Maßnahmen von Seiten des Patienten wichtig. Es ist immer wieder, vor allem in der ersten Generation der Muslime festzustellen, dass ihr Grundwissen über den menschlichen Körper und Krankheiten oft mangelhaft ist. Leider sind in Deutschland Informationsmöglichkeiten über Gesundheits- und Krankheitsthemen für nicht deutschsprachige Personen in ihren Muttersprachen nicht ausreichend vorhanden. Die wenigen vorhandenen Informationsquellen und -materialien sind zudem meistens didaktisch und sprachlich nicht laiengerecht aufbereitet, weil viele Übersetzungen aus dem Deutschen das Bildungsniveau und den kulturell-religiösen Hintergrund der muslimischen Patienten nicht berücksichtigen. Deswegen sollten die Informationsbroschüren von professionellen Übersetzern, die medizinische Kenntnisse besitzen, mit einer einfachen Sprache didaktisch und inhaltlich gut aufbereitet werden. Denn sonst können diese Informationen, die schwierige medizinische Termini technici enthalten, von Patienten, die Türkisch sprechen und vielfach einen Grundschulabschluss besitzen, nicht verstanden werden.

Eine Einwilligung des Patienten zu medizinischen Behandlungen und erfolgreiche Durchführung der Therapien kann erst durch eine angemessene Patientenaufklärung erreicht werden. Obwohl jede Patientenaufklärung individuell zu gestalten ist, können allgemeine medizinische Informationen dem Laien schon im Vorfeld bei der Bewahrung seiner Gesundheit oder bei der durchdachten Entscheidungsfindung im Krankheitsfall helfen. Bei dieser allgemein schlechten Informationsversorgung könnte „E-Health“ für Muslime, die der Sprache ihres Aufenthaltslandes nicht mächtig sind, eine Alternative darstellen.

Unter E-Health sind Gesundheitsseiten für Laien im Internet zu verstehen, die Informationen über Gesundheitsvorsorge und -verbesserung sowie über Behandlung bzw. Begleitung von akuten und chronischen Erkrankungen beinhalten und zum Teil interaktiv nutzbar sind. Sie können durch ihre Informationsvermittlung in verschiedenen Sprachen einen Beitrag zur besseren informativen Versorgung der nicht-deutschsprachigen Patienten und medizinischen Laien im deutschen Gesundheitssystem leisten; auch wenn sie einen Arztbesuch selbstverständlich nicht ersetzen können. Dieses neue Medium birgt gleichzeitig ein großes Veränderungspotential für das klassische Arzt-Patient-Verhältnis durch seine Einflussnahme auf Transparenz und Qualität der Gesundheitsinformationen. Für eine optimale Nutzung dieses Mediums im Gesundheitswesen müssen die möglichen Chancen sowie die Grenzen und Gefahren für Laien genau festgestellt und etwaige Mängel dementsprechend korrigiert werden. Erst dann kann dieses neue Medium eine wichtige Funktion bei der Versorgung der nicht-deutschen Patienten leisten.

Auf unserer Webseite befindet sich eine Übersicht einiger nützlicher Gesundheitswebseiten in türkischer, arabischer und persischer Sprache mit kurzen Inhaltsdarstellungen:

Nützliche Links
Institutionen
E-Health für Muslime
FAQ
Was ist nach dem Tod eines Muslims wichtig?
Müssen kranke Muslime im Ramadan fasten?
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Glossar

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Fallbeispiele

Fallbeispiele zeigen den Praxisbezug auf

Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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