Kinder

Für Muslime bedeuten Kinder Lebensglück und sie gehören zu den schönsten Gottesgaben. Deswegen ist die Geburt eines Kindes ein einzigartiges Erlebnis und Anlass großer Freude für Familie und Verwandtschaft. Im islamischen Glauben kommt das Kind als Muslim auf die Welt. Es ist keine Zeremonie nötig, um es in die Religionsgemeinschaft aufzunehmen. Unmittelbar nach der Geburt wird der Gebetsruf (arab. Adhân; türk. Ezan) in das Ohr des Kindes rezitiert. Empfehlenswert ist es, den Eltern im Kreißsaal für dieses Ritual einen ruhigen Ort zu verschaffen. Entweder unmittelbar nach der Ezan-Rezitation oder am siebten Tag nach der Geburt findet die Namensgebung statt. Nach einer bestimmten Zeit nach der Geburt werden Verwandte und Nachbarn zum Gastmahl (Aqiqa) eingeladen und den Armen wird Geld gespendet.

Stillen

Das Stillen eines Säuglings ist eine wichtige Verpflichtung der Mutter, welches auch in den islamischen Grundquellen (vgl. Sure 2/233) große Achtung findet. Das durch das Stillen entstehende Verhältnis zwischen Kind und Mutter (bzw. Kind und Amme) hat für das spätere Familien- und Sozialleben Konsequenzen. Nach islamischem Recht dürfen z. B. von derselben Frau gestillte Jungen und Mädchen – auch wenn sie nicht Geschwister sind – später miteinander nicht heiraten.

Die Bereitschaft zum Stillen ist unter muslimischen Frauen relativ hoch. Es lässt sich jedoch innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe ebenso eine leichte Beeinflussung durch Werbung für Babynahrung und dadurch ein unnötig frühzeitiges Abstillen feststellen. Einige muslimische Frauen meinen, dem Kind außer der Brust noch zusätzlich die Flasche anbieten zu müssen. Diese Situation erfordert in der Praxis eine intensivere Aufklärung dieser Mütter.

Beschneidung

Die Beschneidung (arab. Khitân; türk. Sünnet) ist eines der wichtigsten religiösen Rituale für einen muslimischen Jungen in seiner Kindheit. Sie wird auf den Propheten Abraham zurückgeführt. Obwohl die Beschneidung im Koran explizit nicht genannt wird, gibt es zahlreiche Prophetenaussprüche, die darauf hinweisen. Beschneidung bedeutet die Entfernung der Vorhaut (Präputium) des männlichen Glieds, so dass die Eichel des Penis völlig entblößt ist. Über den angemessenen Zeitpunkt für die Beschneidung des Knaben gibt es in den Rechtsschulen unterschiedliche Meinungen. Sie kann vom siebten Tag nach der Geburt an bis zur Volljährigkeit stattfinden. Sowohl für den Beschneidungstermin als auch für die Art und Weise der Feierlichkeiten vor und nach der Beschneidung sind geographische, soziokulturelle und finanzielle Bedingungen entscheidend.

Die Mädchenbeschneidung wird in der islamischen Welt als eine eher geographisch und traditionell bedingte Sitte ohne jegliche religiöse Verbindlichkeit gesehen und abgelehnt. Die Mädchenbeschneidung ist den Türken beispielsweise unbekannt, sie wird jedoch in Ost- und Westafrika und bei Angehörigen der Süd-Sahara-Völker von Muslimen und Christen praktiziert.

Volljährigkeit

Die Volljährigkeit wird in der islamischen Geistesgeschichte nicht mit einem bestimmten Lebensalter gleichgesetzt, sondern nach körperlicher und geistiger Entwicklung der Person bestimmt. Auch wenn man für die Volljährigkeit bestimmte Jahresangaben macht, wie neun bis dreizehn Jahre bei Mädchen und elf bis fünfzehn Jahre bei Jungen, ist die körperliche, aber vielmehr geistige Entwicklung entscheidend. Diese Grenzen gelten eher für die Übernahme bestimmter familiärer Verantwortungen oder religiöser Pflichten. Um Adressat dieser Pflichten zu sein, ist also Mündigkeit bzw. Volljährigkeit eine elementare Voraussetzung. Gewöhnlich werden Kinder in diesem Lebensabschnitt mit islamischen Handlungsnormen und Pflichten vertraut gemacht, damit diese ihnen später nicht schwer fallen.

Nützliche Links
Institutionen
E-Health für Muslime
FAQ
Was ist nach dem Tod eines Muslims wichtig?
Müssen kranke Muslime im Ramadan fasten?
mehr...
Glossar

A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W-Y, Z

Fallbeispiele

Fallbeispiele zeigen den Praxisbezug auf

Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
Empfohlener Link

Das Wissensportal zum Thema Genetik und Gesundheit: genetik-gesundheit.de