Grundlagen und Hauptquellen

Der Islam, der vom Propheten Muhammad verkündet wurde, ist eine monotheistische Offenbarungsreligion und versteht sich als die jüngste der drei abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam). Die Wörter Islam und Muslim, wie auch der Gruß Salâm (wörtl. „Friede“) gehen auf dieselbe arabische Wortwurzel slm zurück, die etwa „unversehrt sein und sicher“ bedeutet. In der islamischen Terminologie bedeutet das Wort Islam Hingabe zu Gott, Unterwerfung unter seinen Willen, und das Wort Muslim bezeichnet denjenigen, der sich Gott hingibt und sich im Frieden mit Ihm und Seinen Geschöpfen befindet.

Im Unterschied zum Christentum kennt der Islam keine Taufe, kein Priestertum und keine kirchenähnliche Institution. Es gibt keinen Vermittler zwischen Gott und dem Menschen. Der Prophet Muhammad wird von den Muslimen als ein normaler Mensch und Verkünder der göttlichen Botschaft betrachtet.

Der Islam hat einen ganzheitlichen Charakter und umfasst alle Lebensbereiche eines Muslims – vom gesellschaftlichen Alltag bis zum Privatleben. Eine strikte Trennung zwischen Geistlichem und Weltlichem ist ihm fremd. Diese Glaubensstruktur beeinflusst die Präferenzen und Entscheidungsfindungen eines Muslims. Der Koran und die Sunna, d.h. die authentische Überlieferung dessen, was der Prophet Muhammad gesagt, getan und gebilligt hat, sind zwei zentrale Grundquellen des Islam, die nun hier näher erörtert werden sollen.

Der Koran

Der Koran (wörtl. Vortrag), die wichtigste Quelle des Islam und das Wort Gottes in arabischer Sprache, spielt im Leben der Muslime eine zentrale Rolle. Er wurde dem Propheten Muhammad in den Jahren ca. 610 bis 632 n. Chr. von Gott mittels dem Erzengel Gabriel offenbart. Der Prophet trug die Offenbarung, die er erhielt, mündlich vor und ließ sie zudem durch seine Offenbarungssekretäre aufschreiben. Seine Gefährten lernten ferner die einzelnen Offenbarungen auswendig.

Der Koran versteht sich selbst als ein Buch, das den Menschen den rechten Weg weist und sie ermahnt. Zudem ist er herabgesandt worden, um die früheren Offenbarungen (Thora, Evangelium, u. a.) zu bestätigen bzw. sie zu modifizieren.

Leben und Lehre des Propheten Muhammad (Sunna)

Der Prophet Muhammad (570-632) verkündete – wie die früheren Propheten – den Menschen die Botschaft Gottes, nämlich den Islam durch den Koran. Der Islam versteht sich als eine universelle Religion, die den Glauben an den Einen Gott lehrt und dessen Grundprinzipien in allen Offenbarungsreligionen zu finden sind. Diese Grundprinzipien wurden von allen Propheten, von Adam bis Muhammad, verkündet. Der Koran, also die Offenbarungen, die Muhammad erhielt, wurden von ihm durch Wort und Tat erklärt und ausgelegt. Somit ist er die primäre Autoritätsperson und ein Vorbild für die Muslime in allen Lebensbereichen.

Weitere Quellen beziehungsweise Urteilsmethoden: Idschmâ’ und Qiyâs

Liegt eine neue Entscheidungssituation vor, die weder im Koran noch in der Sunna behandelt worden ist, so wird sie mit Hilfe der in der islamischen Geistesgeschichte entwickelten Urteilsmethoden der Rechtsfindung gelöst. Dazu zählen: Der Meinungskonsens (Idschmâ’) und der Analogieschluß (Qiyâs) der islamischen Religionsgelehrten.

Sunniten und Schiiten

Die Sunniten (ca. 90%) und Schiiten (ca. 10%) bilden die zwei größten Gruppen in der islamischen Welt (ca. 1 Milliarde). Innerhalb der sunnitischen Welt gibt es vier anerkannte Rechtsschulen: Hanafiten, Malikiten, Schafiiten und Hanbaliten. Diese Schulen erkennen sich gegenseitig an, unterscheiden sich vor allem durch unterschiedliche Interpretationen der gemeinsamen Hauptquellen. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime sind Sunniten (ca. 80%).

Nützliche Links
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Fallbeispiele

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Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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