Die islamischen Glaubensprinzipien

Der islamische Glaube basiert u. a. auf sechs Glaubensprinzipien:

Glaube an Gott

Der Glaube an den Einen Gott (tauhîd) bildet die Grundlage des Islam. Aus diesem Grunde lautet der fundamentale Glaubenssatz: Es gibt keinen Gott außer dem Einen Gott (Lâ ilâha illâ ’llâh). Im Koran heißt es dazu: „Sprich: Er ist Gott, ein Einziger; Gott, der Souveräne. Er hat nicht gezeugt, und Er ist nicht gezeugt worden, und niemand ist Ihm ebenbürtig.“ (Sure 112/1-4).

Laut dem islamischen Glauben gehören Gott die schönsten Namen und Attribute (al-asmâ’ al-husnâ), denn Er ist allmächtig, allwissend, barmherzig und vollkommen. Alles, was existiert, ist von Ihm geschaffen, auch der Mensch, der eine besondere Stellung bei Gott genießt (vgl. Sure 50/16; Sure 95/4; Sure 17/70).

Glaube an die Engel

Engel sind nach islamischem Glauben metaphysische, geschlechtsneutrale Wesen. Als Diener Gottes loben und preisen sie Gott und befolgen unmittelbar seine Befehle. Die Vermittlung der göttlichen Offenbarung an die Propheten, der Schutz und die Bewachung der Menschen, die Unterstützung der Gläubigen sowie das Abberufen der menschlichen Seele vom Körper beim Sterbeprozess sind wichtige Aufgaben der Engel. Siehe zu den Erzengeln: Dschabrâîl (Gabriel), Isrâfîl, Azrâîl, Mîkâîl.

Glaube an die Offenbarungsschriften

Der Psalter (Zabûr) Davids, die Thora (Taurât), das Evangelium (Indschîl) und der Koran sind nach islamischem Glauben verschiedene Offenbarungsschriften, die der gleichen Tradition angehören. Der Koran versteht sich als eine Bestätigung der früheren Offenbarungen und betont seine inhaltliche Übereinstimmung mit diesen Schriften (vgl. Sure 5/44-48).

Glaube an die Propheten

Der Koran berichtet von mehreren Propheten, unter anderem auch von den biblischen Propheten, die von Gott zu den Menschen geschickt wurden, um sie auf den rechten Weg zu leiten, zu ermahnen und die frohe Botschaft Gottes zu verkünden (vgl. Sure 4/165). Jedes Volk bekam einen Propheten in seiner Sprache. Der Auftrag der Propheten bestand darin, den Glauben an den Einen Gott zu verkünden, ohne Ihm Götzen beizugesellen. Der Prophet Muhammad gilt, dem islamischen Glauben nach, als der letzte Prophet in dieser Tradition und wird als „Siegel der Propheten“ bezeichnet.

Glaube an das Jenseits

Der Glaube an den Jüngsten Tag, an das Gericht und an ein Leben nach dem Tod gehört zu den wesentlichen Glaubensartikeln des Islam. Der Tod ist nicht das absolute Ende eines Menschen, sondern nur ein Übergang vom Diesseits zum Jenseits, wo die guten Taten des Erdenlebens mit dem Paradies belohnt und die schlechten Taten mit der Hölle bestraft werden (vgl. Sure 99/7-8).

Glaube an die Vorherbestimmung (Qadar)

Der Glaube an die Vorherbestimmung beinhaltet das ewige Wissen Gottes über alle Ereignisse bezüglich der Schöpfung und die Festlegung ihrer Ursachen und Bedingungen. Im Koran begegnen wir den beiden für sich schlüssigen Gegenpolen, einerseits der völligen menschlichen Willens- und Handlungsfreiheit und andererseits der vorherigen Festlegung und Wissen aller Ereignisse als ein Resultat der göttlichen Attribute. Daraus resultierend kann weder die Ablehnung einer Vorherbestimmung noch die Identifizierung des islamischen Glaubens mit Fatalismus vertreten werden. Heute gehen die Muslime von folgendem Konzept aus: Der Mensch ist Urheber seiner Handlungen, wobei sich jedoch diese Art des Schaffens von der Gottes unterscheidet. Während Gottes Schöpfung sich aus dem Nichts vollzieht, erschafft der Mensch nur etwas aus bereits Geschaffenem. Der Mensch trägt Verantwortung für die durch seinen Willen entstandenen Handlungen. Es widerspricht der Gerechtigkeit Gottes, dem Menschen keinen Entscheidungsraum zu ermöglichen und ihn dennoch zu belohnen oder zu bestrafen.

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Fallbeispiele

Fallbeispiele zeigen den Praxisbezug auf

Durchführung und Förderung
Universitšt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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