Die Stellung der Medizin

Ihre besondere Stellung unter den Wissenschaften verdankt die Medizin ihrem unmittelbaren Verdienst am Menschen. Das menschliche Leben gehört im Islam zu den fünf Gütern, die geschützt werden müssen. Dazu zählen auch: die Religion, der Verstand, die Nachkommenschaft und der Besitz. Da der Muslim, um seine Pflichten zu erfüllen und seinem Schöpfungsauftrag nachzukommen, auf eine gesunde körperliche Verfassung angewiesen ist, gilt die Medizin als wichtigste und edelste aller Künste. Basierend auf diesem Menschenbild und spezifischem Wissenschaftsverständnis haben die Muslime in der Geschichte nicht gezögert, von den anderen Kulturen die medizinische Wissenschaft zu übernehmen, zu assimilieren und weiterzuentwickeln. In den klassischen Werken der islamischen Geistesgeschichte werden die Wissenschaften zumeist in zwei Gruppen gegliedert: in die Wissenschaft des Körpers (die Medizin) und in die Wissenschaften der Religion. Das Studieren und Praktizieren der Medizin war eine hoch geachtete Tätigkeit und wurde von vielen Gelehrten zur religiösen Pflicht erklärt.

Als Grundlage für das Verständnis und die Erklärung von Naturereignissen dient das monotheistische Glaubenskonzept des Islam. Alle Ursachen und ihre Wirkungen finden mit dem Wissen und der Erlaubnis Gottes statt. Demnach werden die wissenschaftlich feststellbaren Ursachen der Krankheiten durch Gottes Erlaubnis und Kenntnis hervorgerufen. Gott, der absolute und unbedingte Wille, gibt Stoffen krankmachende Eigenschaften und ebenso verleiht er medizinischen Maßnahmen heilende Kräfte. Die therapeutischen Maßnahmen sind somit nicht die erste Ursache der Heilung, sondern lediglich deren Vermittler. Dieses Verhältnis zwischen Gott und Heilwirkung wird in einem Koranvers durch die Aussage des Propheten Abraham deutlich: „Wenn ich krank bin, so heilt er mich“ (Sure 26/80). Parallel dazu schreibt der Prophet Muhammad sowohl für die Krankheit als auch für die Heilung Gott die erste Ursächlichkeit zu: „Gott hat keine Krankheit auf die Erde herabgesandt, ohne zugleich auch für das entsprechende Heilmittel zu sorgen.“ Gott allein als primären Grund für die Heilung zu nennen, schließt jedoch die von einem Arzt empfohlene Behandlung nicht aus. Der Muslim ist sogar dazu angehalten, sich dieser Mittel zu bedienen, um die von Gott kommende Heilung zu erlangen.

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Fallbeispiele

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Durchführung und Förderung
Universitt Mainz
Bundesministerium für Forschung und Bildung
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