Was ist bei der Sterbebegleitung eines Muslims wichtig?

Der in der türkischen Volkssprache geläufige Satz: „So wie wir auf die Welt gekommen sind, so werden wir auch von ihr scheiden. Möge Gott ein schönes Ende ermöglichen.“ gibt die Sinndeutung des Todes aus muslimischer Sicht wieder. Für das schöne Ende erlangt bei der Sterbebegleitung eines Muslims die Koranrezitation am Sterbebett und die Artikulation des Glaubenssatzes eine besondere Bedeutung. Das geläufige Bittgebet: „Gott möge uns am Ende Koran und Imân ermöglichen.“ gibt auch die Prioritäten am Sterbebett sehr gut wieder. Mit dem Koran ist die Rezitation der 36. Sure des Korans gemeint, in der vom Tod die Rede ist, und mit Imân die Aussprache des Glaubensbekenntnisses, mit der man bezeugt, dass es nur einen Gott gibt und dass der Prophet Muhammad der Diener und Gesandte Gottes ist.

Durch die Rezitation der 36. Sure soll der Sterbende in Ruhe und Frieden seine Seele seinem Schöpfer übergeben. Der Koran und ebenso der Glaubenssatz können bei dem sterbenden Muslim von einem Vorbeter (Imâm), aber auch von einem arabisch-lesenden Muslim rezitiert und vorgesprochen werden.

Die Sterbebegleitung ist in der islamischen Kultur nicht professionalisiert und wird oft von den Angehörigen übernommen. Wenn aber der sterbende Muslim niemanden hat oder die Familie sich überfordert fühlt, so kann ein Imâm eingeladen werden. Daher ist es für ein Krankenhaus sinnvoll, sich vorher die Telefonnummern einiger Moscheegemeinden zu notieren, wodurch die Imâme leicht erreichbar sind. Wenn kein Imâm in der Nähe erreichbar ist, so kann auch eine Koran-CD benutzt werden.

Da es für den Muslim Pflicht ist, einen sterbenden Muslim zu besuchen, um ihm damit seinen letzten Dienst und Besuch abzustatten, wäre es angemessen, für eine Sterbebegleitung im Krankenhaus ein Einbettzimmer zur Verfügung zu stellen, damit die anderen Patienten durch die vielen Besucher sich nicht gestört fühlen.

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Universitšt Mainz
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